Hand aufs Herz: Wann hast du das letzte Mal deine Preise erhöht?
Wenn du länger nachdenkst als dir lieb ist, dann lies weiter.
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache
Eine aktuelle Auswertung zeigt: 62 % der Freelancerinnen und Selbstständigen planen nicht, ihre Preise zu erhöhen, obwohl der durchschnittliche Projektumsatz 2026 um rund 17 % gesunken ist. Das bedeutet: Dieselbe Arbeit, weniger Geld. Und das in einem Jahr, in dem Miete, Tools, Software und Weiterbildung teurer geworden sind.
Das ist kein persönliches Problem. Das ist ein strukturelles Thema, das viele Gründerinnen still mit sich tragen.
Warum wir Preiserhöhungen so ungern angehen
Die meisten von uns haben gelernt, nett und verfügbar zu sein. Preise erhöhen fühlt sich deshalb an wie: zu viel verlangen, Kundinnen verjagen, arrogant wirken. Keine dieser Überzeugungen stimmt, aber sie sitzen tief.
Ein Gedanke, der vielleicht hilft: Wenn du unterbezahlt bist, kannst du mittelfristig nicht die Arbeit liefern, die deine Kundinnen verdienen. Qualität kostet. Deine auch.
Drei Zeichen, dass es wirklich Zeit ist
- Du nimmst Aufträge an, bei denen du schon beim Angebot drückst, weil du ahnst, dass du zu wenig verlangst.
- Deine Preise sind seit mehr als einem Jahr gleich, aber deine Kosten nicht.
- Neue Kundinnen fragen selten nach Rabatten, aber du bietest sie trotzdem vorsorglich an.
Wie du es kommunizierst, ohne es sich komisch anfühlen zu lassen
Timing ist wichtig. Der beste Moment für eine Preiserhöhung ist kurz nachdem du etwas geliefert hast und die Kundin zufrieden ist. Dann ist die Beziehung warm, das Vertrauen hoch.
Ein einfaches Muster für die Kommunikation:
„Ich möchte dich informieren, dass meine Preise ab [Datum] angepasst werden. Für bestehende Projekte gilt der aktuelle Satz noch bis [Datum]. Ich freue mich, weiterhin für dich da zu sein.“
Kein langer Brief. Keine Entschuldigungen. Keine Überzeugungsarbeit. Einfach klar und freundlich.
Bestandskundinnen immer zuerst informieren, bevor du es öffentlich kommunizierst. Das ist nicht nur höflich, es ist auch strategisch klug.
Was Spezialisierung damit zu tun hat
Ein Muster, das wir in der EmpowHerNetwork Community immer wieder sehen: Wer sich klar positioniert, kann mehr verlangen. Nicht weil sie plötzlich mehr können, sondern weil der Markt den Unterschied erkennt. Ein spezialisiertes Angebot zieht Kundinnen an, die genau das suchen, und die Preisdiskussion fällt oft komplett weg.
Wenn du noch mehr Tipps zur Kalkulation willst, schau dir diesen Artikel an: Preise erhöhen für Selbstständige bei jimdo. Praktisch, direkt, ohne drumherum.
Kurzes Fazit
Du musst heute keine große Preisstrategie entwickeln. Aber wenn du ehrlich mit dir bist und spürst, dass deine Preise nicht mehr stimmen: Vertrau dem Gefühl.