Seit dem 30. Juni 2026 werden keine neuen Mikrokredite mehr vergeben. Der Mikrokreditfonds Deutschland, seit 2010 eine der niedrigschwelligsten Finanzierungsmöglichkeiten für kleine Unternehmen, ist Geschichte.
Was genau ist passiert? Das Bundesarbeitsministerium hat entschieden, das Programm nicht zu verlängern. Begründung: veränderte Rahmenbedingungen, steigende regulatorische Anforderungen und Haushaltskonsolidierung. Dabei hatte der Fonds seit 2010 über 38.000 Kredite vergeben und mehr als 400 Millionen Euro in kleine Unternehmen gelenkt.
Warum ist das für Gründerinnen besonders schmerzhaft?
Der Mikrokredit war nicht für alle gedacht. Er war gezielt für Menschen da, die von normalen Banken kein Geld bekommen. Also genau für Frauen, die gründen wollen und keine Sicherheiten haben. Für Selbstständige, deren Unternehmensgeschichte zu kurz ist. Für alle, die mit einem kleinen Betrag einfach anfangen wollten, ohne Investoren, ohne Pitch-Deck, ohne große Ambitionen außer der eigenen.
Kredite bis zu 25.000 Euro, wenig Bürokratie, auch mit lückenhafter SCHUFA möglich. Das gibt es in dieser Form jetzt nicht mehr.
Das Thema Finanzierungszugang für Gründerinnen beschäftigt uns von Anfang an. Denn die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Frauen bekommen seltener Kredite, erhalten weniger Wagniskapital und werden bei Banken regelmäßig abgewiesen. Der Mikrokredit war eine der wenigen Antworten darauf. Und die fällt jetzt weg.
Was gibt es als Alternative?
Die Regierung verweist auf Förderprogramme der Bundesländer. Die gibt es, und es lohnt sich, sie zu prüfen. Aber Expertinnen sind vorsichtig optimistisch: Viele Landesprogramme laufen über Hausbanken, und die vergeben nicht gerne Kredite an kleine Gründerinnen ohne Track Record. Genau das war das Problem, das der Mikrokredit gelöst hatte.
Wenn du gerade überlegst, dein Business zu finanzieren, sind das die Wege, die sich aktuell lohnen zu prüfen:
- KfW StartGeld: bis zu 125.000 Euro, auch für Solo-Selbstständige
- Länderprogramme: je nach Bundesland unterschiedlich, zum Beispiel IBB in Berlin oder NRW.Bank
- Gründungsstipendien: einige Bundesländer fördern Gründerinnen mit Stipendien statt Krediten
- Crowdfunding und Community Investing: besonders für Businesses mit klarer Zielgruppe oft ein unterschätzter Weg
- Business Angels und Female-Investor-Netzwerke: nicht für alle, aber ein wachsendes Angebot im DACH-Raum
Wir wissen, dass diese Nachricht wehtut. Besonders wenn du gerade dabei bist, deine ersten Schritte in der Selbstständigkeit zu gehen. Bring das Thema Finanzierung gerne in unsere Community. Wir teilen Erfahrungen, kennen Anlaufstellen und helfen dir, den richtigen nächsten Schritt zu finden.
Den vollständigen Hintergrundartikel zum Ende des Mikrokreditfonds gibt es beim VGSD: Mikrokredit Deutschland wird zum 30. Juni 2026 eingestellt